Ankaramalaza und die Lutheraner

2011-2015 ke

Welche Rolle spielt die lutherische Bewegung im Dorf Ankarmalaza?
Wie stellen wir uns als Verein in der Schweiz dazu?


Madagaskar besitzt praktisch keine funktionierenden staatlichen Einrichtungen für die Sozialhilfe und Unterstützung von benachteiligten Menschen im Land.

Menschen mit Krankheiten oder Behinderungen sind dazu verurteilt, ohne staatliche Hilfe ihr Leben zu fristen. Auch die Familie, als soziales Auffangnetz von benachteiligten Menschen, kommt normalerweise kaum in Frage: die allgemeine Armut in ganz Madagaskar verhindert dies.

In Ankaramalaza werden kranke und behinderte Menschen aus allen Regionen des Landes, unabhängig von ihrer Religionszugehörigkeit oder ihrer politischen Gesinnung, aufgenommen. Somit erfüllt das Dorf eine wichtige soziale Funktion, die der ganzen Region zu Gute kommt. Die Finanzierung der Rahmenprojekte zur Versorgung und Therapie der Menschen im Dorf wird grösstenteils durch Spenden gedeckt.

Bild - Ein gemeinsames Mittagessen der Kranken mit ihren Betreuern nach einem Arbeitseinsatz.

Die (lutherische) Kirche und ihre im Dorf praktizierten Rituale (les "Cultes") haben in Ankaramalaza einen hohen Stellenwert. Sie sind Teil des Alltags und des Therapiekonzepts (neben den Arbeits- und Kursprogrammen), in das die kranken Menschen im Dorf eingebunden werden.
Nicht zuletzt fliessen von lutherischen Bewegungen des Auslands zusätzliche Gelder in hiesige Hilfsprojekte, die ebenfalls der Dorfbevölkerung und somit den hier lebenden benachteiligten Personen zu Gute kommen.

Wir vom Verein der Freunde von Ankaramalaza respektieren dies.
Wir möchten aber unser Projekt möglichst klar von der Kirche trennen, da wir uns als religions-neutrale Hilfsorganisation verstehen.
Wir versichern uns immer wieder, dass unsere Unterstützungsgelder möglichst direkt in die Arbeits-, Ernährungs- und Kursprojekte zugunsten der Menschen fliessen und nicht in rein kirchliche Einrichtungen investiert werden.
Wir sind uns aber bewusst, dass sich in einem Netzwerk - wie es die Dorfgemeinschaft von Ankaramalaza darstellt - das Alltagsleben und die Kirche nicht einfach voneinander trennen lassen.

Eine Möglichkeit, um sich über die Verwendung der Gelder direkt zu informieren, ist ein Besuch vor Ort. Gemäss den Statuten finanziert der Verein d.F.v.A. jedoch keine Reisekosten. Daher suchen wir immer wieder Madagaskarreisende, die im Rahmen ihrer privaten Madagaskar-Tour das Dorf Ankaramalaza besuchen und uns Lageberichte und Fotos zurückbringen.

Falls Sie sich für ein eindrückliches und bleibendes Reiseerlebnis interessieren, wenden Sie sich bitte an eine unserer Kontaktpersonen.

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